Auf den ersten Blick sieht dieses Fahrzeug wie ein Phantasiemodell aus. Es hat aber auch Ähnlichkeit mit Fahrzeugen
der Telekom, die dort als Kabeltransporter genutzt werden. Aber ein knickgelenkter Unimog....das gibt es doch nicht.
Doch! In den 70er Jahren wurden von der Firma Werner, Unimog-Triebköpfe genutzt und zu einem
Knicklenker-Fahrzeug für Forstarbeiten umgebaut.
Fasziniert von Knicklenkern und vom Unimogtyp mit Sichtkanal, kam ich nicht umhin, dieses Fahrzeug zu bauen.
Selbstverständlich als Allradfahrzeug! Als Basismodell nutzte ich ein Modell von Wiking im Maßstab 1:87. Da das
gekaufte Modell etwas von meinen Bauplänen abwich, konnte ich nur das Fahrerhaus, die vorderen Kotflügel und die
Stoßstange verwenden.
FahrzeugrahmenDas Fahrgestell entstand nach bewährter Methode aus Messingprofil. Zwei getrennt aufgbebaute Rahmen, Vorder- und
Hinterwagen werden durch das Knickgelenk verbunden. Wie schon bei meinem Oshkosh habe ich mich auch hier für zwei
Antriebsmotoren entschieden. Hierdurch erspare ich mir den Aufwand, den Antrieb durch das Knickgelenk zu führen.
Zum Einsatz kamen hier zwei kurze 6mm Motoren. Über ein Schneckengetriebe und eine nachgeschalteten
Stirnradkombination ergibt sich eine Gesamtuntersetzung von 1:120. Leider konnte ich bei diesem Modell kein Servo für
die Lenkung verwenden. Hier musste ich mir eine Lenkkonstruktion selber herstellen. Auch hier kam der gleiche Motor
wie schon beim Antrieb zum Einsatz. Über ein Schneckenradgetriebe und ein Stirnradgetriebe wird die Kraft auf eine M2 Gewindestange übertragen. Auf der Gewindestange läuft eine M2 Mutter, welche über ein Hebel mit dem
Vorderwagen verbunden ist. Aus der rotativen Bewegung des Motors wird mit Hilfe der Gewindestange eine lineare
Bewegung erzeugt, die es mir erlaubt, das Fahrzeug zu lenken.
RC-Komponenten
Ein Unimog im Maßstab 1:87 ist schon ganz schön klein. Wenn man dann auch noch ein Knickgelenk einbaut, wird die
Geschichte noch kleiner; aber auf ein paar Bauteile kann man nun mal nicht verzichten. Es mussten jetzt noch Empfänger, zwei Regler, vier Akkus, eine Ladebuchse und ein EIN/AUS-Schalter untergebracht werden, wobei die beiden letzteren das kleinste Problem darstellten. Als Empfänger wählte ich den Typ XP8 von Graupner, bei dem die Steckerleiste abgeschnitten wurde. Eine Anleitung hierzu findet man auf der Homepage Mikromodell.
Um möglichst wenig Kabel über das Knickgelenk zu führen, habe ich probiert, den Empfänger, die beiden Regler und zwei
Akkus im Hinterwagen unterzubringen. Anfänglich erschien mir dieses unmöglich. Aus diesem Grunde habe ich probiert,
durch die Verwendung eines Spannungswandlers die Zellenzahl zu reduzieren. Hierbei tauchten aber Probleme bei der
Nullstellung der Regler, zwei PIC-Regler und der nicht genügenden Antriebsspannung auf.
Erst nachdem ich den Empfänger noch ein wenig mit Feile und Seitenschneider bearbeitet, habe konnte ich die
aufgezählten Komponenten einigermaßen unterbringen. Die beiden restlichen Zellen fanden dann noch im Vorderwagen Platz. Bei den Akkus handelt es sich um 70mAh Zellen, sie sind bei
www.mikroantriebe.de zu beziehen.
KarosserieWie oben erwähnt, konnte ich vom Wiking Modell das Fahrerhaus nutzen. Die hintere Karosserie habe ich aus 0,5mm Polystyrol hergestellt. Ein paar Kotflügel und eine Auspuffanlage aus einem älteren Baukasten konnten gut für dieses Modell genutzt werden.
Lackiert wurde die Karosserie mit Revellfarben. Eine paar Wasserbilden runden das optische Aussehen eines
Truck-Trial-Modells ab.
Fahreigenschaften
Die Antriebsleistung ist mehr als zufriedenstellenden. Es gibt eigentlich kaum ein Steigung die dieses Fahrzeug nicht
bewältigen kann. Auch der Lenkeinschlag ist ausreichend, leider ist dieses Modell schwer im Gelände zu lenken. Hier
wäre es bessere gewesen, die Untersetzung für die Lenkmechanik größer auszuwählen und die Spindel mit Kugellagern auszustatten.
Die Fahrzeit liegt bei ca. 20 Minuten.