Wie man wenig Aufwand und das noch bei geringen Kosten ein U-Boot bauen kann...? Sehen und staunen sie selbst!
Technische Daten:
- Gewicht: muß ich noch auswiegen
- Länge: ca. 135 mm
- Tauchtiefe bisher ca. 1 m
- Motoren über Mischer steuerbar
- Tauchfunktion dynamisch
- Scheinwerfer schaltbar, nicht über Fernsteuerung
- Akkukapazität 550 mAh (NiMh-Zellen)
- Kosten ca. 75 EUR (mit Teilen aus der Grabbelkiste!)
Kernpunkte meines zweiten U-Boot-Projektes sollten sein:
- sehr gute Zugänglichkeit aller Komponenten
- geringe Kosten
- einfache Steuerung mit nur zwei Kanälen und Mischer
Die Punkte Kosten und einfache Bedienbarkeit mit einer 2-Kanal-Anklage (für meine Fünfjährigen) führten dazu, dass die Scheinwerfer und Positionsleuchten über einen Dip-Schalter vor dem zu Wasser lassen geschaltet werden müssen. Die Steuerung der beiden Motoren erfolgt über einen Mischerbaustein (Conrad Electronik), also keine Panzersteuerung". Der Empfänger ist ein herkömmlicher 2-K-Empfänger für 2,50 EUR aus der Grabbelkiste der seines Gehäuses beraubt worden ist. Ein großer Vorteil ist die geringere Für
die Fahrtenregler und die Motoren habe ich zwei alte große" Servos RS 10 von Robbe geschlachtet. Die Servoelektroniken waren natürlich kaputt, sodass ich da auch noch neue kaufen mußte. Diese sind, wie bei meiner Deep Explorer, modifiziert, um einen halbwegs vernünftigen Nullpunkt und ruhigeres Ansprechverhalten der Motoren hin zu bekommen. Die Beleuchtung besteht aus je einer roten und grünen 3mm LED als Positionslichter und zwei weißen 3 mm (900 mcd) und zwei weißen 5 mm (3000 mcd)LEDs als Scheinwerfer. Der Stromverbrauch der vollen Beleuchtung beträgt ca. 120 mA! Das ist nicht wenig und macht sich deutlich in der Fahrzeit bemerkbar, zumal man die Beleuchtung nicht während der Fahrt schalten kann. Zur Verkabelung und Entstörung empfehle ich die folgende Seite von Thorsten Feuchter zu beachten:
http://home.t-online.de/home/tfeuchter/Tipps/stoer.htm!! Bei meiner Deep Explorer hat das echt viel geholfen. Soviel erst mal zur eingebauten Technik.
Bei der Konstruktion habe ich mich für einen zentralen Aluminium-Ring als Verschlußeinheit entschieden. Dieser Ring ist wohl das komplexeste Teil an diesem Boot, da einmal die Dichtungen (O-Ringe) nicht sichtbar sein sollten, die Motoren an dem Ring befestigt sind (Gott sei dank nicht drehbar) und auch noch zwei Nuten
eingefeilt sind, in welchen die Einbauplatte eingeschoben wird. Meine Konstruktion kommt ohne Verschlußschrauben aus. Die Rumpfhälften werden einzig und allein durch die stramm sitzenden O-Ringe
(und dem Wasserdruck) gehalten. Die Einbauplatte ist eine 2 mm starke ABS-Platte. Die Abmessungen habe ich durch puzzeln" mit den einzubauenden Komponenten + Lego-Männchen festgelegt, wobei die Höhe der Platte vorgegeben ist durch den Innendurchmesser des Rings + zwei mal Nuttiefe. Die Abmessungen des Rings sind wiederum anhängig von dem verwendeten Rohr für die Rumpfhälften. Die Einbauplatte läßt sich nach vorne aus dem Ring schieben, vorausgesetzt die Kabel zu den Motoren sind lang genug. Vor dem Ring ist die Einbauplatte etwas höher, als Anschlag, damit die Gewichtsverteilung gleich bleibt.
Als Rohr habe ich Abflußrohr mit 50mm Außendurchmesser und 2 mm Wandstärke verwendet. Das Rohr ist zwar billig, dafür aber unrund und nicht gleichmäßig in den Abmessungen Durchmesser und Wandstärke.
Außerdem läßt sich Polypropylen schlecht kleben. Stabilit Express (Polyerster) geht so. Ich habe Zwei-Komponenten-Klebstoff (Sauteuer) für Dehnungsmeßstreifen verwendet. Großzügiges Anschleifen nicht vergessen! Die halbkugelförmigen, durchsichtgen Enden des Rumpfes habe ich beim Hausfrauen- (Verzeihung) -Bastelzubehör gefunden. Die kleinsten verfügbaren Kugeln haben 50 mm Durchmesser. An den Rohrstücken habe ich an einem Ende einen Absatz angedreht, so dass die eine Kugelhälfte auf das Rohr gesteckt werden kann. Die Länge der Rumpfhälften ergab sich durch die Größe der Einbauten.
Als Ballast habe ich Walzblei verwendet, welches ich (billig) in einer Gärtnerei (H...-Bastelzubehör, T'schuldigung) gefunden habe. Das Blei wird entsprechend der Rumpfform gebogen und möglichst tief
verteilt.
Zugegeben, das Design ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber mein Sohn wollte eben einen U-Boot-Fisch. Die zweiteilige Fisch-Siluette besteht ebenfalls aus dem 2 mm starken ABS und ist einfach von außen auf das Rohr aufgeklebt. Ein großer Vorteil ist eine geringe Auftriebsänderung beim abtauchen. Die Positionsleuchten sind von innen durch Bohrungen in die Außenwand eingesetzt und verklebt. Zwei 3 mm LEDs leuchten gerade nach vorne, zwei 5 mm LEDs sind ca. 30 Grad nach unten geneigt. Diese LEDs sind einfach von außen an den Rumpf geklebt und die Anschlußdrähte durch Bohrungen nach innen geführt. Eine grüne Einschalt-Kontroll-LED beleuchtet übrigens die Vordere Halbkugel von innen.
Die Motoren sind mit Klebstoff am Lagerschild dichtgeklebt, Entstörung beachten! Das propellerseitige Gleitlager ist bei den geringen Tauchtiefen dicht genug, mit ein bißchen Wasser- und Umweltverträglichem Öl! Die Propeller stammen vom Zahnarzt. Genauer gesagt, hat der Zahnarzt eine kleine UV-Lampe die mit
einem Miniventilator gekühlt wird. Diese Ventilatoren werden scheinbar ab und zu ausgetauscht. Ein Bastelkollege hat zufällig eine Handvoll davon in die Finger bekommen. Leider haben die Propeller nur eine Drehrichtung, so dass ich mit der Drehmoment bedingten Krängung leben oder andere Propeller nehmen muß.
Die Propeller sind einfach auf die Motorwellen aufgepreßt. Die Motoren sind unter 45 Grad geneigt. Im nachhinein scheinen mir 30 Grad Neigung besser. Den Restauftrieb schätze ich auf ca. 5 g, bei gerade nicht gefrorenem Wasser zu Weihnachten. Das ist
ziemlich wenig. Das Boot taucht damit gerade bis zu Rumpfoberkante ein. Bei so kaltem Wasser fährt sich das Boot echt toll und sehr präzise. Mittlerweile ist auch wieder etwas wärmer (ca. 8-10 Grad) geworden. U2 geht von selber noch nicht unter, aber der Restauftrieb ist sichtbar weniger geworden. Ich muß bei sommerlichen Temperaturen auf jeden Fall etwas Ballast rausnehmen.
Wer mehr zu diesem Boot wissen möchte kann mir gerne eine email schreiben.
Erbauer:
O.Scholten